Serumcalcium bei Schilddrüsenerkrankungen

Es wird angenommen, dass Schilddrüsenhormone den Kalziumstoffwechsel beeinflussen. In der vorliegenden prospektiven Studie untersuchten wir den Einfluss verschiedener Schilddrüsenerkrankungen auf den Serumcalciumspiegel. Zusätzlich zum Screening auf Schilddrüsenerkrankungen haben wir die Serumcalciumkonzentrationen (S-Ca) bei Personen gemessen, die von 1992 bis 1998 zu unserem ambulanten Dienst für Schilddrüsenerkrankungen kamen. 13.387 Personen, darunter 9017 Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen und 4370 Personen ohne Schilddrüsenfunktionsstörung, wurden untersucht. S-Ca war bei Patienten mit Hyperthyreose höher (2.36 +/- 0.11 mmol/L n = 1201, p < 0,05) als bei Patienten mit subklinischer Hyperthyreose (2.33 +/- 0.11 mmol/L, n = 494), mit euthyreoten Kropf (2.32 +/- 0.10 mmol/l, n = 5599), mit Hypothyreose (2.31 +/- 0.11 mmol/L, 344), mit subklinischer Hypothyreose (2.32 +/- 0.10 mmol/L, n = 1290) und bei gesunden Personen (2.31 +/- 0.11 mmol/L, n = 4370). 173/13.387 Personen hatten Serumcalciumspiegel < 2.1 mmol/L, darunter 31 Patienten mit Hypoparathyreoidismus nach Strumektomie (31/592) und 2 Patienten mit primärem Hypoparathyreoidismus. 106/13.387 Personen zeigten eine S-Ca von > 2,6 mmol/L, was in 30 Fällen auf primären Hyperparathyreoidismus zurückzuführen war. Von 55 Personen mit S-Ca von > 2,6 mmol / l und ohne anderen Grund für eine Hyperkalzämie befanden sich 31 in einem Hyperthyreoidzustand. Zusammenfassend wurde ein klinisch nicht relevanter Einfluss auf S-Ca bei Patienten mit Hyperthyreose im Vergleich zu anderen Schilddrüsenerkrankungen und Personen ohne Schilddrüsenerkrankungen nachgewiesen. Die Messung von S-Ca bei jedem Patienten, der an eine Schilddrüsenambulanz überwiesen wird, wird aufgrund des häufigen Auftretens von empfohlen postoperativer Hypoparathyreoidismus und primärer Hyperparathyreoidismus in diesem Umfeld.

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